29 Dezember, 2008

cassant les hiérarchies

«à l’intérieur de ce cadre, la stratégie de l’artiste se propose de changer les repères de ce qui est visible et énonçable, de faire voir ce qui n’était pas vu, de faire voir autrement ce qui était trop aisément vu, de mettre en rapport ce qui ne l’était pas, dans le but de produire des ruptures dans le tissu sensible des perceptions et dans la dynamique des affects. C’est là le travail de la fiction. La fiction n’est pas la création d’un monde imaginaire opposé au monde réel. Elle est le travail qui opère des dissensus, qui change les modes de présentation sensible et les formes d’énonciation en changeant les cadres, les échelles ou les rythmes, en construisant des rapports nouveaux entre l’apparence et la réalité, le singulier et le commun, le visible et sa signification. Ce travail change les coordonnées du représentable; il change notre perception des événements sensibles, notre manière de les rapporter à des sujets, la façon dont notre monde est peuplé d’événements et de figures. Le roman moderne a ainsi pratiqué une certaine démocratisation de l’expérience. En cassant les hiérarchies entre sujets, événements, perceptions et enchaînements qui gouvernaient la fiction classique, il a contribué à une nouvelle distribution des formes de vie possibles pour tous……»
Jacques Rancière, Le spectateur émancipé
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04 Dezember, 2008

22 November, 2008

who else is with me?

"In Wien, wo die Rücksichtslosigkeit und die Unverschämtheit gegen die Denker und gegen die Künstler immer am größten gewesen ist und das sicher als der grösste Friedhof der Phantasien und Ideen bezeichnet werden darf und in welchem tausendmal mehr Genies verkommen und verkümmert und vernichtet worden sind, als in Wien tatsächlich zum Vorschein und zu Berümtheit und Weltberümtheit gekommen sind, ist in einem Hotel in der Innenstadt ein Mann tot aufgefunden worden, der mit vollkommen klarem Kopf die eigentliche Ursache die eigentliche Ursache seines Selbstmordes auf einen Zettel geschrieben und diesen Zettel an seine Jacke geheftet hat. Er habe jahrzehntelang eine Idee verfolgt und diese seine Idee, eine philosophische Idee naturgemäss, tatsächlich in einem grösseren Werk verwirklichen und zum Abschluss bringen können und seinen ganzen Kräfte seien schliesslich von dieser Idee aufgefressen gewesen. Die Anerkennung, die er aber erwartet hatte, sei ausgebleiben.
Obwohl er schliesslich um Anerkennung gebettelt habe, sei sie ihm von den Stellen und von den Leuten verweigert worden, die dafür zuständig gewesen wären. Es habe nichts genützt, dass er die Ungeheuerlichkeit seines Werkes unter Beweis gestellt habe. Nicht nur Kollegenneid, die ganze geistesfeindliche Atmosphäre dieser Stadt habe ihn in den Tod getrieben, ihre kopflose Unmenschlichkeit. Er habe aber, weil er seinen Charakter nicht desavouieren wolle, sein Werk noch vor seinem Selbstmord verbrannt, sein Lebenswerk verbrannt und tatsächlich in wenigen Augenblicken wieder zu nichts gemacht, nachdem es Jahrzehnte zu seiner Entstehung gebraucht hatte und es nicht einer Nachwelt hinterlassen wollen, die es in keinem Falle verdiente. Die entsetzliche Vorstellung, dass er wie wie soviele seinesgleichen, erst nach seinem Tode anerkannt und also ausgenützt und berühmt werde, habe ihn seine Errungenschaft, die tatsächlich viel höher einzuschätzen sei, als alles bisher auf seinem Gebiete Gedachte und Geschriebene, vernichten lassen. Die Stadt Wien, so hat er abschliessend auf seinen Zettel geschrieben, lebt seit sie besteht, von den Werken ihrer genialen Selbstmörder, er sei nicht gewillt, Glied zu sein in dieser Genienkette."

Thomas Bernhard, Der Stimmenimitator, 1978
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09 November, 2008

"Je hais qu'on nous ordonne d'avoir l'esprit aux nues, pendant que nous avons le corps à table. Je ne veux pas que l'esprit s'y cloue ni qu'il s'y vautre, mais je veux qu'il s'y applique... Quand je danse, je danse ; quand je dors, je dors, et quand je me promène solitairement en un beau verger, si mes pensées se sont entretenues d'objets étrangers quelque partie du temps, je les ramène à la promenade, au verger, à la douceur de cette solitude et à moi.

Nous sommes de grands fous : "Il a passé sa vie dans l'oisiveté, disons-nous ; je n'ai rien fait d'aujourd'hui. - Quoi, n'avez-vous pas vécu ? C'est non seulement la fondamentale, mais la plus illustre de vos occupations. Ah ! si on m'avait donné l'occasion de traiter de grandes affaires, j'aurais montré ce que je savais faire. - Avez-vous su méditer et conduire votre vie ? Alors vous avez fait la plus grande besogne de toutes." Composer nos moeurs est notre office, non pas composer des livres et gagner des batailles et des provinces, mais l'ordre et tranquillité à notre conduite. Notre grand et glorieux chef-d'oeuvre, c'est vivre à propos... Il n'est rien si beau et légitime que de faire bien l'homme et dûment, ni science si ardue que de bien et naturellement savoir vivre cette vie ; et de nos maladies la plus sauvage, c'est mépriser notre être.

C'est une absolue perfection, et comme divine, de savoir jouir loyalement de son être. Nous cherchons d'autres conditions, pour n'entendre l'usage des nôtres, et sortons hors de nous, pour ne savoir quel il y fait... J'ai un dictionnaire tout à part moi : je "passe" le temps, quand il est mauvais et incommode ; quand il est bon je ne le veux pas "passer", je le goûte, je m'y tiens. Il faut courir le mauvais et se rasseoir au bon ... nature nous a mis la vie en main, garnie de telles circonstances, et si favorables, que nous n'avons à nous plaindre qu'à nous si elle nous presse et si elle nous échappe inutilement... Je me prépare pourtant à la perdre sans regret, mais comme perdable de sa condition, non comme pénible et importune.
Pour moi donc, j'aime la vie et la cultive telle qu'il a plu à Dieu de nous l'octroyer...
J'accepte de bon coeur, et reconnaissant, ce que nature a fait pour moi, et m'en contente et m'en loue. On fait tort à ce grand et tout-puissant donneur de refuser son don, de l'annuler et défigurer. Tout bon, il a fait tout bon."

Montaigne, Essais, Livre III, ch.13.
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08 November, 2008

19 Oktober, 2008

aus gegebenem anlass

ZEIT: Wenn Ihnen die Liebe so am Herzen liegt: Warum scheitert sie immer?

Schroeter: Die Frage können Sie dem Universum stellen. Weil das eben nicht geleistet wird, die Achtung vor dem anderen. Für mich fängt alles mit der Wertschätzung des anderen an, und die Annäherung an die Liebe bedeutet, den anderen nicht ändern zu wollen, sondern ihn als sinnvolle und leidenschaftliche Ergänzung zu sich selbst zu empfinden. Wissen Sie, ich bin unendlich gern allein, aber ich bin ungern einsam. Die Einsamkeit aufzulösen, darum geht es in der Liebe.

ZEIT: Als Filmemacher, der mit der »schrankenlosen Wunscherfüllung« liebäugelt, hätten Sie aber auch mal eine erfüllte, glückende Liebe inszenieren können.

Schroeter: Ob die Liebe gelingt oder nicht, macht eigentlich gar keinen Unterschied. Auf den Versuch kommt es an, auf die Suche. Der Weg ist das Ziel. Dadurch erfahre ich Klarheit. Deshalb finde ich auch Sprichwörter wie »Liebe macht blind« so furchtbar dumm. Wenn ich auf dem richtigen Weg bin, dann macht mich die Liebe klarsichtig, und ich lebe mit einem Gefühl großer Transparenz.

Werner Schroeter im Gespräch mit der ZEIT

01 September, 2008

Das neue Biedermeier

Manches wird von Hochschulen und Unternehmen der Jugend vorgeworfen, mangelnde Bildung, Disziplin, Durchhaltevermögen, aber niemals: Aufsässigkeit. Und wie auch? Die Praktikanten und Berufsanfänger akzeptieren bis zur Charakterlosigkeit jede Bedingung, jede eingespielte Dummheit, jede ethisch bedenkliche Praxis. Sie blicken aus Rehaugen, die sich nur manchmal melancholisch verschleiern, auf die raue Welt der Wirtschaft und Politik und scheinen den Schwur getan zu haben, so schnell wie möglich zum Haifisch zu werden, um auch dort zu überleben, wo es von Feinden wimmelt. Denn dass die Welt böse ist, die Berufswelt zumal, das halten sie für gewiss; man hat es ihnen oft genug gesagt. Die gesellschaftliche Großdebatte um Globalisierung und verschärfte Konkurrenz, um Standort und Wettbewerbsfähigkeit ist tief bis in die Psyche vorgedrungen, man könnte auch sagen, sie ist dort eingeschlagen wie ein Meteor und hat einen Krater hinterlassen, in dem alles Leichte und Hoffnungsvolle, alle Fantasie und alles Aufbegehren verschwunden sind.
[...]
Nichts wäre falscher, als ihnen nachzusagen, sie seien unkritisch. Sie glauben aber auch nicht, dass sich die Welt zum Besseren verändern ließe, den privaten Raum vielleicht ausgenommen. Man könnte von einem neuen Biedermeier sprechen, allerdings ohne die Behaglichkeit, die dabei gerne mitgedacht wird, einem Rückzug aufs intime Umfeld, das gleichwohl keinen Schutz verspricht gegen die jederzeit mitgefürchtete Katastrophe der Arbeitslosigkeit. Es ist eine Restaurationsepoche, wie sie Stendhal nach dem Ende Napoleons beschrieben hat, mit der Kälte, dem Duckmäusertum, der Heuchelei und dem Karrierismus; aber ohne vorherige Revolution. Oder sollte man tatsächlich den vorausgegangenen Ruin der sozialistischen Staatenwelt mitdenken, den politischen Bankrott der großen Gesellschaftsutopien?
[...]
An persönlichem Erfolg, sei es im Beruf oder in der Liebe, sind alle interessiert, an Fragen der sozialen Gerechtigkeit eine schwindende Anzahl. Mit dem Vorwurf von Egoismus und Wegduckerei ist das Phänomen nicht erklärt, denn auch der Rückzug aufs Private und das »Ich zuerst« sind nur der Ausdruck einer Depression, die von der Zukunft nichts erwartet. Rette sich, wer kann! Manches spricht dafür, dass die Jugend unsere Gesellschaft zerfallen sieht und nur noch das eigene Überleben sichern will.
[...]
Das macht es der Jugend schwer: Sie ist umringt von Junggebliebenen. So hat sie heute nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie vergisst die Idee des Protests – und beschränkt sich beim »Ausprobieren« auf Musikstile und Müslisorten. Oder sie versucht es mit einer radikal anderen Auflehnung: setzt dem Sturm und Kaufdrang rationale Strenge und Verbindlichkeit, vielleicht eine neue Form der Askese entgegen – und knüpft damit an Tugenden an, die lange Zeit das Alter adelten. Dass sich die Jugend dieser Aufgabe stellt, zeigt sich vorerst in ihrem Scheitern. Auf halbem Weg stolpert sie in die Arme eines altjüngferlichen Biedermeiers.

aus "Die traurigen Streber" Jens Jessen ZEIT 28.8.2008
und "Als Rebellion noch möglich war" Maximilian Probst ZEIT 28.8.2008
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23 August, 2008

06 August, 2008

the loss of content

»Rezeption schiebt sich vor Identität, das ist die Formel. Personen
richten ihre Produkte, ihr Denken und Fühlen schon nach dem möglichen
PR-Effekt aus. Der PR-Berater ist aus der Position des Mittlers in
eine Position gerückt, in der er sowohl die Produkte als auch die
Multiplikatoren, also die Medien, in seine Logik zwingt.«

»Es ist nicht mehr von künstlerischer Arbeit die Rede und nicht von
Zuschauern, sondern von Produkten und von Kunden. Und die Bühne, das
Theater ist der Point of Sale.«

Public Viewing sei eine Verzweiflungstat unter dem Druck des Marktes:
»So etwas tue ich, wenn ich glaube, mein Handeln ist gesellschaftlich
obsolet und findet nur in der Publikation ihre Erfüllung. Es geschieht
in dem Bewusstsein, die Quote reiche schon aus, dem, was ich höre und
sehe, einen Sinn zu geben. Der eventisierte Kulturbetrieb ist der
Kampf der permanenten Aktualitäten. Wir rasen von einer Aktualität zur
anderen, und eine löscht die andere aus.«

Und wenn nun eines der Wesen, die wir aus den Massenmedien kennen, zu
mir herabsteigt in meinen Lebensraum, »schließt es mich an« an die
höhere Medienwelt. Es ist nicht mehr so, dass der reale Prominente in
mir den Gedanken auslöst: Ach, den gibt es also wirklich. Vielmehr
denke ich in Anwesenheit der berühmten Gestalt: O Herr, mich gibt es
ja wirklich!

Auszüge aus

- "Siehe, ich bin dein Star" Thomas Assheuer ZEIT 24.7.08
- "Im Bett mit der Kunst" Peter Kümmel ZEIT 24.7.08
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04 August, 2008

de la guerre

Krieg hat ein sehr hohes Legitimationsbedürfnis. Darum wird Krieg auch immer im Namen hehrer Werte geführt, meist geschieht es im Namen der Freiheit. Kein Politiker könnte sagen: »Wir überfallen dieses Land, rauben seine Bodenschätze und bereichern uns!«, oder: »Wir werfen Bomben über diesem Land ab, damit die Leute zu Hause wissen, dass wir keine Weicheier sind!« Nein, das ginge nicht. Krieg wird immer verbrämt, und seine wirklichen Ursachen müssen meist im Verborgenen bleiben. Es geht dabei um den Zugang zu Ressourcen, um Hegemoniestreben, um die Durchsetzung religiöser Vorstellungen, um die Öffnung von Märkten, um die Eliminierung eines Konkurrenten – um all diese Trivialitäten geht es bei Kriegen, doch darf es nicht ausgesprochen werden, weil der Mythos des Krieges zerbrechen, weil sonst der Blick frei werden könnte auf das, was er ist: organisiertes, massenhaftes Töten.


Gleichzeitig ist er ein Sinnstifter und damit ein großer Verführer der Menschen. Darauf hat der langjährige Kriegskorrespondent Chris Hedges hingewiesen: »Trotz der Vernichtung und des Schlachtens gibt der Krieg uns, wonach wir uns am meisten in unserem Leben sehnen. Er kann uns eine Aufgabe geben, einen Sinn, einen Grund zum Leben. Nur inmitten des Kampfes werden wir uns der Oberflächlichkeit und Fadheit unseres Lebens bewusst. (…) Krieg ist ein verlockendes Elixier. Er gibt uns Entschlossenheit, eine Mission. Er erlaubt uns, edel zu sein. Das erklärt die andauernde Attraktivität des Krieges.«


Jeder ist in Gefahr, verführt zu werden, hingerissen von dem vermeintlich reinigenden Gewitter des Krieges. Dahinter steckt auch die Sehnsucht nach einer höheren Gewalt, die Ordnung schafft in dieser Welt und uns einen Platz zuweist. Krieg ist die selbst gewollte Entmündigung des Menschen. Er erfüllt seinen brennenden Wunsch, in etwas aufzugehen, was größer ist als er selbst, in der Nation, der Religion, dem Volk. Krieg, das ist die Kapitulation des Menschen als Individuum.


("Das schmutzige Geschäft" Ulrich Ladurner in der ZEIT - Artikel)
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02 August, 2008

Flucht

Sauver son identité par la fuite est devenu un des thèmes majeurs de la culture du XXe siècle, et certains des aspects négatifs de cette fuite, qu' on pourrait qualifier de trahison, peuvent en réalité se justifier. Parce que la fuite-évasion représente, une victoire de l'indivdu, victoire ultime peut-être, mais victoire quand même! C' est un symptôme, le pressentiment d' un non-liberté absolue, d' un ordre du monde qui avance, avec sa maschinerie inexorable et ses statistiques. La fuite, elle, suppose une rupture, un changement d' espace, une possibilité de se cacher quelque part, "par-delà les montagnes, par-del les forêts, par-delà les vastes océans ..." Les éternels fugitifs du XXe siècle paraîtront peut-être étrange aux hommes du XXIe siècle, tout simplement parce qu'il n'y aura plus aucun lieu où fuir.

Vassili Golovanov 'Eloge des voyages insensés'
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Photo d´Eric le Bourhis
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07 Juli, 2008

sometimes it seems so easy

Does Bogart call Bacall "Slim" in To Have and Have Not, even though the character´s name is Marie, because you called your wife "Slim" ?
Yes.

And why does Bacall call Bogart "Steve", even though his character´s name is Harry ?
Because my wife called me Steve.

(Howard Hawks: Hawks on Hawks, Joseph McBride)
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27 Mai, 2008

22 Mai, 2008

Peter Sellars about Death

The great Muslim philosopher, al-Ghazzali, has a beautiful sentence in his book, The Alchemy of Happiness, where he describes pain and sickness as a chord of love by which God draws those closer to himself that he wants to be with.

Sickness takes you out of the affairs of the world, out of all these petty things that you think are so important every day. And the pain itself sharpens your focus. [... ]And in the long view, the absence is as important as the presence. Who's still with us, really, and how we live for them still.


You know, in most cultures, theater, dance, and music were never intended for the living. They were always for the dead. In Korea, in Africa, in aboriginal Australia, you danced for the spirits of the dead. To let them know you're still thinking of them, you still care about them, you still cherish them. And if they died in pain, if they died in unhappiness, if they died with something incomplete, or in the midst of injustice, you spend those years making it up to them. And letting them know that your life won't be in balance either, until it's made up for them.


Most of the history of art, over and over again, is about death. We're a society that can't really deal with it, but most of Bach's music is about dying and how to die, and the meaning of death. The culture in Tibet is all around dying well. The science of the heart, in Central Asia, is totally understanding every day of your life in terms of death, because it's your meditation on death that empowers your life. As soon as you acknowledge that you may not be here five minutes from now, or five days from now, you ask yourself, "What is important to do?"
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Death is the best guarantee against wasting time.


aus The Question of God
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23 April, 2008

Paradox

Ich bin zwar überzeugt, dass wir am Ende der abendländischen Zivilisation leben, aber je mehr ich diese Einsicht bekommen habe, desto freier sind meine Impulse. Komisch nicht wahr? Ich entwickle einen Widerstand, der alle positiven Kräfte verstärkt, die das Leben bewahren und befördern. [...] Solange das Leben noch da ist, halten wir daran fest und kümmern uns nicht um das, was wir nicht mehr ändern können. Ob wir jetzt hoffen, dass alles weiter geht, ist gar nicht erheblich. Mit meinem Kreis von Leuten, mit denen ich hier sechs Wochen an einem Opernprojekt arbeite, kann ich eine Atmosphäre schaffen, die mit Freude und Glück verbunden ist, mit Erfüllung. Wenn man nicht verdrängt, sondern von der Wahrheit spricht, wird dabei eine große Kraft freigesetzt. Die Wahrheit ist zwar niederschmetternd im Kleinen wie im Grossen, im Privaten wie im Ganzen. Wenn wir es aber schaffen diese Wahrheit in das Stück einzubringen, wenn der Sänger von seiner Wahrheit etwas durchblicken lässt, der Beleuchter, jeder, dann ist das ein therapeutischer Vorgang! Wunderbar!

Peter Konwitschny im Interview
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31 März, 2008

As I Was Moving Ahead, Occasionally I Saw Brief Glimpses of Beauty

„Zuerst muss ich sagen, dass ich kein sehr nachdenklicher Mensch bin. Die Leute denken zu viel. Und sie nehmen sich zu ernst. Ich lebe ohne Plan. Mein grösste Entdeckung war zu verstehen, dass ich nichts tun muss: Alles, was ich tun muss, ist zuzulassen, dass die Dinge passieren können ... ihnen nicht im Weg stehen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich andere Filmemacher oder Künstler beeinflusst habe. Meine Aufgabe war die einer Hebamme, die zerbrechlichen, neugeborenen Wesen hilft, die ersten Schritte in dieser Welt zu überleben. Mein Aufgabe war die eines Beschützers, der hilflose Neugeborene vor den Angriffen des Establishments schützt. Sich selbst ernst zu nehmen, sei es in der Kunst oder im Leben, ist unsinnig. Kunst oder Leben ohne Humor ist nicht lebenswert.“
Jonas Mekas

(Und heute ist er im Filmmuseum. Und ich? Zuhause. Verdammt, verdammt, verdammt.)
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26 März, 2008

Fiat Panda

"Ich frag mich, was das über ein Land aussagt, wenn nachts Frauen im Fernsehen oben ohne nach Automarken mit A fragen und dann Leute anrufen und ´BMW` sagen.
Da kann irgendwas auf beiden Seiten nicht stimmen."
König Boris, Fettes Brot
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05 März, 2008

Monteverdi

quelle liberté?

"Ich habe nie geglaubt, dass der Mensch frei ist, wenn er tun darf, was er will; er ist es, wenn er nicht tun muss, was er nicht will. Diese Freiheit habe ich immer laut eingefordert, oft auch erkämpft und bewahrt, und dies nahmen mir meine Zeitgenossen am meisten übel.
Kein Wunder: diese Hochaktiven, Aufgewühlten, Ehrgeizigen finden es fürchterlich, wenn andere frei sind, und möchten selber gar nicht frei sein, solange sie nur hin und wieder ihren Willen bekommen, oder besser, solange sie ihn anderen aufzwingen dürfen. Sie nötigen sich ihr ganzes Leben zu Dingen, die ihnen zuwider sind, und kriechen beflissen, nur um eines Tages befehlen zu können."

J.J.Rousseau "Träumereinen eines einsamen Spaziergängers"
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16 Februar, 2008

pré-égoisme

Au cours de trois mois qui ont suivi, nous avons envisagé de nous marier. J´avais des objections de principe, idéologiques. [...] Je disais aussi: "Qu´est-ce qui nous prouve que dans dix ou vingt ans notre pacte pour la vie correspondra au désir de ce que nous serons devenus?"
Ta reponse était imparable: "Si tu t´unis avec quelqu´un pour la vie, vous mettez vos vies en commun et omettez de faire ce qui divise ou contrarie votre union. La construction de votre couple est votre projet commun, vous n´aurez jamais fini de le confirmer, de l´adapter, de le réorienter en fonction de situation changeantes. Nous serons ce que nous ferons ensemble." C´était presque du Sartre.

André Gorz "Lettre à D."
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14 Februar, 2008

franchir cette etape

"J´ai l´intuiton que c´est essentiel d´entendre en moi une parole qui trouve confirmation dans l´écoute d´un autre et de ce qui parle en lui. Il me semble aussi que cette impossibilité de dire "je" pour vous-même à mon propos est liée en partie à ma propre diificulté à dire "je" pour moi-même: Même si je réussis à franchir cette étape, ce sera trop tard, et il est cruel de penser que si j´avais eu accès à ce "je" et par conséquent au "tu" et au "nous" en temps voulu, j´aurai pu leur dire tout ce que j´avais à leur dire sans que la violence rende la suite du dialogue impossible."

Jean-Claude Romand dans "L´Adversaire" d´Emmanuel Carrère
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27 Jänner, 2008

cinema of attractions

The reason to watch the new Cronenberg. The only one.

24 Jänner, 2008

patience

Penn: Wissen Sie, was ich glaube? Dass wir in eine Welt hineingeboren werden, in der sich niemand die Zeit nimmt, der zu werden, der er ist – und all diese Menschen, die nicht sie selbst sind, verletzen die wenigen Menschen, die sich diese Zeit nehmen.

via ZEIT

18 Jänner, 2008

chasing shadows

Once told by an interviewer, "Everybody would like to be Cary Grant," Grant is said to have replied, "So would I."

going along the lines of

"Eigentlich bin ich ganz anders. Bloss komm ich nie dazu." (Ödon von Horvath)

13 Jänner, 2008