Ich bin zwar überzeugt, dass wir am Ende der abendländischen Zivilisation leben, aber je mehr ich diese Einsicht bekommen habe, desto freier sind meine Impulse. Komisch nicht wahr? Ich entwickle einen Widerstand, der alle positiven Kräfte verstärkt, die das Leben bewahren und befördern. [...] Solange das Leben noch da ist, halten wir daran fest und kümmern uns nicht um das, was wir nicht mehr ändern können. Ob wir jetzt hoffen, dass alles weiter geht, ist gar nicht erheblich. Mit meinem Kreis von Leuten, mit denen ich hier sechs Wochen an einem Opernprojekt arbeite, kann ich eine Atmosphäre schaffen, die mit Freude und Glück verbunden ist, mit Erfüllung. Wenn man nicht verdrängt, sondern von der Wahrheit spricht, wird dabei eine große Kraft freigesetzt. Die Wahrheit ist zwar niederschmetternd im Kleinen wie im Grossen, im Privaten wie im Ganzen. Wenn wir es aber schaffen diese Wahrheit in das Stück einzubringen, wenn der Sänger von seiner Wahrheit etwas durchblicken lässt, der Beleuchter, jeder, dann ist das ein therapeutischer Vorgang! Wunderbar!
Peter Konwitschny im Interview
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23 April, 2008
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