ZEIT: Wenn Ihnen die Liebe so am Herzen liegt: Warum scheitert sie immer?
Schroeter: Die Frage können Sie dem Universum stellen. Weil das eben nicht geleistet wird, die Achtung vor dem anderen. Für mich fängt alles mit der Wertschätzung des anderen an, und die Annäherung an die Liebe bedeutet, den anderen nicht ändern zu wollen, sondern ihn als sinnvolle und leidenschaftliche Ergänzung zu sich selbst zu empfinden. Wissen Sie, ich bin unendlich gern allein, aber ich bin ungern einsam. Die Einsamkeit aufzulösen, darum geht es in der Liebe.
ZEIT: Als Filmemacher, der mit der »schrankenlosen Wunscherfüllung« liebäugelt, hätten Sie aber auch mal eine erfüllte, glückende Liebe inszenieren können.
Schroeter: Ob die Liebe gelingt oder nicht, macht eigentlich gar keinen Unterschied. Auf den Versuch kommt es an, auf die Suche. Der Weg ist das Ziel. Dadurch erfahre ich Klarheit. Deshalb finde ich auch Sprichwörter wie »Liebe macht blind« so furchtbar dumm. Wenn ich auf dem richtigen Weg bin, dann macht mich die Liebe klarsichtig, und ich lebe mit einem Gefühl großer Transparenz.
Werner Schroeter im Gespräch mit der ZEIT
19 Oktober, 2008
Abonnieren
Posts (Atom)
