06 August, 2008

the loss of content

»Rezeption schiebt sich vor Identität, das ist die Formel. Personen
richten ihre Produkte, ihr Denken und Fühlen schon nach dem möglichen
PR-Effekt aus. Der PR-Berater ist aus der Position des Mittlers in
eine Position gerückt, in der er sowohl die Produkte als auch die
Multiplikatoren, also die Medien, in seine Logik zwingt.«

»Es ist nicht mehr von künstlerischer Arbeit die Rede und nicht von
Zuschauern, sondern von Produkten und von Kunden. Und die Bühne, das
Theater ist der Point of Sale.«

Public Viewing sei eine Verzweiflungstat unter dem Druck des Marktes:
»So etwas tue ich, wenn ich glaube, mein Handeln ist gesellschaftlich
obsolet und findet nur in der Publikation ihre Erfüllung. Es geschieht
in dem Bewusstsein, die Quote reiche schon aus, dem, was ich höre und
sehe, einen Sinn zu geben. Der eventisierte Kulturbetrieb ist der
Kampf der permanenten Aktualitäten. Wir rasen von einer Aktualität zur
anderen, und eine löscht die andere aus.«

Und wenn nun eines der Wesen, die wir aus den Massenmedien kennen, zu
mir herabsteigt in meinen Lebensraum, »schließt es mich an« an die
höhere Medienwelt. Es ist nicht mehr so, dass der reale Prominente in
mir den Gedanken auslöst: Ach, den gibt es also wirklich. Vielmehr
denke ich in Anwesenheit der berühmten Gestalt: O Herr, mich gibt es
ja wirklich!

Auszüge aus

- "Siehe, ich bin dein Star" Thomas Assheuer ZEIT 24.7.08
- "Im Bett mit der Kunst" Peter Kümmel ZEIT 24.7.08
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